Nordrhein-Westfalen

Unerhört

Donnerstag,

20.09.18 – 10.00 Uhr

RBZ

Nordrhein-Westfalen

Unerhört

 

Eigenproduktion

Sprech- und Bewegungstheater

Städtische Gesamtschule Eiserfeld

Theater-AG gee whiz!

 

14 Schüler*innen

Spielleitung: Lutz Krämer

Spieldauer: 55 Minuten

 

In einem Kinderzimmer leben Spielzeugpuppen, die als echte Erziehungs-Experten das Erwachsenwerden ihres Kindes begleiten und kommentieren.

»Das Kind schreit – und wird zur Ruhe gebracht. Es tobt zu wild – und kommt in die Stillecke. Es glaubt, es könne (mit sieben!) alles – und lernt erst einmal, dass das offenbar nicht so ist. Es hat Wünsche, Träume, Ideen – und Mama („weiß es besser“) und Papa („hat schon viel erlebt“) kontern mit ihrem „Nein!“. Und in der Schule drillt das System es zum Ja-Sager, denn „man kann ja eh nichts machen“. Das Kind wird nicht gehört, nicht erhört, bleibt unerhört. Desillusionierend? Bis hierhin schon. Doch gut, dass seine Stimme nicht verstummt. Dass aus dem Unerhört-Gefühl ein „Unerhört!“ wird, ein Plädoyer dafür, für das eigene Sein, Denken und Sagen aufzustehen, Gesicht zu zeigen, einzugreifen, weltverändernd. […] Die Spielzeugmenschlein karikieren, wie sich die allseits postulierte Forderung nach Mitbestimmung, Selbstverantwortung, Teilhabe bricht in einer Wirklichkeit, in dem die Bestimmer das Sagen haben.« (Siegener Zeitung)

„gee whiz!“ wurde vor sechs Jahren auf Initiative von drei Schülerinnen als AG ins Leben gerufen. Aktuell besteht die Gruppe aus insgesamt 10 Spielerinnen und Spielern sowie mehreren Helfern und Technikern. Für ihre bisherigen Inszenierungen erhielt die Gruppe Schultheaterpreise und mehrere Einladungen zu Theaterfestivals.

Jurybegründung:

 

Wie findet ein Mensch zu seiner eigenen Stimme? Dieser Frage geht die Gruppe aus Eiserfeld in ihrem Stück „unerhört“ nach. Der Zuschauer begleitet den Weg eines Kindes zu einer mündigen und selbstbestimmten Person, ohne dieses Kind je zu Gesicht zu bekommen. Es spiegelt sich in den Spielzeugpuppen, die das Erwachsenwerden des Kindes begleiten. Durch starke Bilder und Choreographien entsteht in konzentriertem Spiel eine dichte Atmosphäre. Die biographischen und literarischen Texte stellen für ein jugendliches Publikum einen großen Wiedererkennungswert dar.