Rheinland-Pfalz

Marie W.

Freitag,

21.09.18 – 10.00 Uhr

RBZ

Rheinland-Pfalz

Marie W.

 

Eigenproduktion

nach „Woyzeck“ von Georg Büchner

Leininger Gymnasium Grünstadt

Theater-AG

 

19 Schüler*innen

Spielleitung: Stephan Dhein

Spieldauer: 60 Minuten

 

 

Wir sind eine Theater-AG aus der sonnigen Pfalz, die sich derzeit aus Schüler*innen der 8. bis 13. Jahrgangsstufe zusammensetzt.

Unsere Produktion „Marie W.“ ist eine Adaption von G. Büchners „Woyzeck“. Wir möchten die Zuschauer anhand der Figur Marie, eine Art „weiblicher Woyzeck“, für die Situation von sozial deklassierten Menschen in einem vordergründig reichen Land („schwarze Null“, Exporterfolg) sensibilisieren. Das Thema „Politik“ kommt dabei als „Hintergrundrauschen“ vor. So setzen wir uns z.B. auch mit dem Finanzgebaren von Banken auseinander und gehen auch auf die Bestrebungen der „Mittelschicht“ auseinander, die aufgrund von prekären Beschäftigungsverhältnissen immer kleiner wird, sich aber vehement von den „Amazon-Knechten“ und „Abgestürzten“ abzugrenzen versucht. Das Schicksal von Marie wird durch weitere Figuren (Prostituierte, illegal beschäftigte Ausländerin, Säuferin etc.) gespiegelt.

Marie W. lebt mit ihrer kleinen Tochter und ihrem arbeitslosen Lebensgefährten in einer prekären Situation. Sie hat mehrere Jobs und reibt sich auf, um den Familienunterhalt zu bestreiten. Franz bemüht sich nicht um Arbeit und betrügt Marie, die insbesondere durch die Einnahme von Psychopharmaka im Rahmen einer Medikamentenstudie psychisch immer auffälliger wird. Sie kommt zusehends in eine Lage, die für sie ausweglos erscheint.

Ihr Leben endet in einer Katastrophe.

 

Jurybegründung:

 

Aus dem Resümee der Bundesjury:

Interessant ist die Adaption des Büchnerschen „Woyzecks“, indem die Handlung Bezug auf die Gegenwart nimmt. Neben der Hauptfigur „Marie W.“ (Woyzeck) treten andere Frauenfiguren auf, die ähnlich bedrückende Biografien haben, alle Schicksale sind gekonnt miteinander verwoben. Die Überforderung, die nicht nur von den weiblichen Figuren empfunden wird, erhält zusätzliche Unterstützung durch chorisch vorgetragene Fakten und Ansichten der heutigen Gesellschaft.