Sachsen

Wer nichts zu verbergen hat...

Mittwoch,

19.09.18 – 09.30 Uhr

Schauspielhaus

Sachsen

Wer nichts zu verbergen hat...

 

Eigenproduktion - Collage

Evangelisches Kreuzgymnasium Dresden

Kurs Darstellendes Spiel Jg. 9

 

15 Schüler*innen

Spielleitung: Robert Rothmann

Spieldauer: 45 Minuten

 

 

Wer nichts zu verbergen hat…

…muss keine Angst vor Transparenz haben. Wer nichts zu verbergen hat, muss keine Angst vor Überwachung haben. Diese Sätze haben mich schon immer gestört. Aber die Begründung für die Kritik dieser Sätze ist nicht ganz einfach. Deshalb bekamen die Schüler eine Schreibaufgabe: Sie sollten alles aufschreiben, was sie nicht gerne öffentlich machen würden, was aber nicht verboten ist. Relativ schnell kamen viele Dinge zusammen: Gespräche, Wohnort, Familie, Duschen, Singen, Sex, Browserverlauf, Freunde, Schlafen usw. Eigentlich ziemlich viel, eigentlich das meiste vom normalen Tagesablauf.

Als Grundlage für unser Stück wählten wir die staatliche Überwachung, die in drei Szenen aus „1984“ von Georg Orwell gezeigt wird. Heute sind Überwachung und Sammeln von Daten allgegenwärtig, wenn auch aus wirtschaftlichen Gründen. Dieses Problem wird bei uns anhand des Romans „Der Circle“ dargestellt. Aber es gibt noch ein drittes Problem. Die meisten Menschen geben freiwillig viel von sich preis, da sie durch die sozialen Medien erhoffen, mehr Anerkennung, Liebe und Freundschaft zu erfahren. Der Mensch ist auf das reale Gegenüber angewiesen und das Medium Smartphone ist nicht immer ein adäquater Ersatz. Das haben auch die Jugendlichen erkannt.

Unser Stück soll nicht pessimistisch bezüglich der Neuen Medien sein, es soll aber auf einige Gefahren der Überwachung durch den Staat, durch die Internetkonzerne und durch die soziale Gruppe hinweisen und zu einem bewussten Umgang damit aufrufen. Das ist nicht nur auf Jugendliche bezogen. Die Fragen, die an die Jugendlichen gestellt wurden und die sie versucht haben in dieser Collage zu thematisieren, sind für uns alle wichtig.

Jurybegründung:

 

Die Gruppe stellt sich in einfachen überzeugenden Bildern, mit viel Engagement/Spielfreude und mit großer Genauigkeit den Fragen der Freiheit im Rahmen digitaler Medien und der Macht großer Internetgiganten. Sie reflektiert immer wieder den persönlichen und individuellen Umgang damit. Zwei literarische Vorlagen dienen als Spielimpuls, um Überwachung und Kontrolle in die Lebenswelt der Spieler*innen zu übersetzen und letztlich das Ausgeliefertsein, die Unterwerfung anzuerkennen.