Thüringen

Antigone

Freitag,

21.09.18 – 15.00 Uhr

Schauspielhaus

Thüringen

Wir sehen dich, Antigone

 

Eigenproduktion

nach „Antigone“ von Sophokles

Freie Gesamtschule UniverSaale, Jena

Deutschkurs Jg. 11

 

20 Schüler*innen

Spielleitung: Maren Hädrich

Spieldauer: 40 Minuten

 

 

Antigone lehnt sich gegen einen Herrscher auf, der ein Gesetz erlässt, mit dem sie nicht leben kann und will, denn es steht wider das göttliche Gesetz. Das ist eine politische Farce, ein unüberwindliches Dilemma für beide Seiten und bedeutet Antigones Todesurteil. Auch ihre Schwester kann sie nicht davon abhalten, Kreons Gesetz zu brechen. Offenen Auges stellt sie sich ihrer Verurteilung. Doch das Volk beginnt Kreons Handeln zu hinterfragen. Seine Einsicht, die auch der Seher Teiresias fordert, kommt zu spät. Übrig bleibt ein gebrochener König, der zu viel will, seine Macht verspielt und am Ende sein Gesicht verliert. So schrieb Sophokles 442 v. Chr. die Geschichte der Antigone, die als Grundlage für diese Inszenierung diente.

 

Dass dieses antike Drama nichts an Brisanz verloren hat, zeigen die Kreons, die heute unsere Welt regieren.

Diese Inszenierung zeichnet einen Kreon des 21. Jahrhunderts, der die totale Überwachung legitimiert, in einer medialen Welt, in der er am Ende sein persönliches Versagen nicht vertuschen kann.

Entstanden ist ein Bühnenstück, das an unserer Wahrnehmung rüttelt, das uns zwingt hinzusehen und Fragen zu stellen. Wer ist Opfer, wer ist Täter? Wie gehen wir mit unseren Daten um? Wer bestimmt über uns? Was macht die Welt der Big Data mit unserer Gesellschaft? Wie soll politisches Handeln aussehen? Wie verantwortungsvoll gehen Politiker mit ihrer Macht um? Wer bringt den Stein ins Rollen?

Jurybegründung:

 

Selbstbestimmte Freiheit und Widerständigkeit in einem System der Überwachung und Unterdrückung – ist das möglich? Ausgehend vom antiken Stoff begeben sich die Spieler*innen auf die Suche nach ihren Erfahrungen mit (politischer und männlicher) Macht und den sozialen Medien. Während Politiker*innen im Missbrauch ihrer Macht entlarvt werden, führt der sexuelle Übergriff letztlich zur Ächtung ihres Verhaltens. Die Gruppe findet dafür einprägsame Bilder und reduziert den Stoff auf zentrale Motive.